Als eine der wichtigsten Volkswirtschaften Südostasiens befindet sich Vietnams Wirtschaft derzeit in einer Aufschwungphase, und der Lebensstandard der Bevölkerung hat sich deutlich verbessert. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Kunststoffprodukten auf dem vietnamesischen Markt stetig gestiegen, und Polypropylen, einer der Rohstoffe für deren Herstellung, bietet ein relativ großes Entwicklungspotenzial.
Mit dem rasanten Ausbau der chinesischen Polypropylen-Produktionskapazität wird erwartet, dass diese im Jahr 2023 40 % der globalen Produktionskapazität ausmachen wird. Der Globalisierungsstatus verbessert sich dadurch rapide. Aufgrund fehlender Produktstruktur- und Kostenvorteile ist Chinas globale Präsenz im Polypropylensektor jedoch zwar groß, aber nicht durchgängig stark. Vietnam, als wichtigste Region für Chinas industriellen Transfer, verzeichnet einen sehr hohen Bedarf an Rohstoffen.
Chinas Polypropylenproduktion befindet sich weiterhin in einer Phase des rasanten Ausbaus der Produktionskapazitäten. Angesichts des sich verlangsamenden Nachfragewachstums herrscht jedoch ein umfassender Überschuss, und Exporte haben sich als effektives Mittel zur Behebung des inländischen Überangebots erwiesen. Aufgrund des Mangels an lokalem Angebot, des rasanten Nachfragewachstums und der deutlichen geografischen Vorteile hat sich Vietnam zu einem der wichtigsten Exportmärkte für chinesisches Polypropylen entwickelt.
Im Jahr 2023 betrug die gesamte inländische Polypropylen-Produktionskapazität Vietnams 1,62 Millionen Tonnen pro Jahr, die Produktion wird voraussichtlich 1,3532 Millionen Tonnen betragen, wobei ein erheblicher Angebotsmangel besteht und ein großer Teil der Nachfrage von importierten Ressourcen abhängig ist.

Vietnams Polypropylenimporte verzeichneten nach einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2020) weiterhin ein hohes Niveau. Dies ist einerseits auf zunehmende Handelskonflikte zurückzuführen, andererseits dämpfte die in den folgenden drei Jahren durch die Pandemie bedingte Verlagerung zahlreicher chinesischer Industrieanlagen die vietnamesische Nachfrage. Im Jahr 2023 wuchsen die vietnamesischen Importe weiterhin stark und nahmen deutlich zu.
Aus Sicht der chinesischen Polypropylenexporte nach Vietnam wachsen Umfang und Volumen weiterhin deutlich. Zwar ist aufgrund des steigenden inländischen Angebots in Vietnam und des Einflusses kostengünstiger Bezugsquellen wie dem benachbarten Malaysia und Indonesien für 2022 ein Rückgang zu verzeichnen. Mit dem raschen Ausbau der chinesischen Polypropylenproduktionskapazitäten wird sich der Preiswettbewerb künftig verschärfen, während gleichzeitig die inländischen Forschungs- und Entwicklungsbemühungen verstärkt, die Produktqualität verbessert und der Anteil hochwertiger Produkte erhöht wurde. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Polypropylenprodukte insgesamt deutlich gesteigert und das Exportpotenzial für Polypropylen in China weiter ausgebaut.
Im Jahr 2023 belegte Chinas Polypropylen den ersten Platz unter Vietnams wichtigsten Importländern, und mit der Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Produkte in der Zukunft wird erwartet, dass sich der Absatz im Bereich der High-End-Produkte weiter ausdehnen wird.
Mit Blick auf die Zukunft und begünstigt durch Faktoren wie steigende politische Anreize, geopolitische Entwicklungen, Arbeitsmarktvorteile, niedrige Markteintrittsbarrieren für Kunststoffverarbeitungsprodukte und geringe technische Hürden für Standardprodukte, befindet sich Vietnams Kunststoffindustrie in einer entscheidenden Phase. Als wichtiger Rohstofflieferant werden Chinas Exporte nach Vietnam auch künftig relativ stark wachsen, und chinesische Unternehmen dürften ihre industrielle Expansion in Vietnam beschleunigen.
Veröffentlichungsdatum: 20. Dezember 2023




