Der Markt hegt weiterhin Zweifel an der Umsetzung der freiwilligen Produktionskürzungen der OPEC+, und die internationalen Ölpreise sind sechs Werktage in Folge gefallen, allerdings hat sich der Rückgang verlangsamt. Am 7. Dezember notierten die WTI-Rohöl-Futures bei 69,34 US-Dollar pro Barrel und die Brent-Rohöl-Futures bei 74,05 US-Dollar pro Barrel und erreichten damit jeweils den niedrigsten Stand seit dem 28. Juni.

Die internationalen Rohölpreise sind diese Woche deutlich gefallen. Bis zum 7. Dezember sanken die WTI-Rohöl-Futures um 10,94 % gegenüber dem 29. November, die Brent-Rohöl-Futures im gleichen Zeitraum um 10,89 %. Nach dem OPEC+-Treffen hielten die Zweifel des Marktes an freiwilligen Produktionskürzungen an und wurden zum Hauptfaktor für den Preisverfall. Zudem steigen die Lagerbestände an Raffinerieprodukten in den USA, und die Aussichten für die Kraftstoffnachfrage bleiben schwach, was die Ölpreise zusätzlich belastet. Am 7. Dezember veröffentlichten die USA außerdem uneinheitliche Wirtschaftsdaten, und der chinesische Zoll gab Daten zu Rohölimporten und anderen relevanten Daten bekannt. Die Markteinschätzung der globalen Wirtschaftslage sowie der Angebots- und Nachfragesituation hat sich dadurch verschärft.
Die Zahl der Amerikaner, die Arbeitslosenhilfe beantragten, stieg letzte Woche weniger stark als erwartet, da die Nachfrage nach Arbeitsplätzen nachließ und sich der Arbeitsmarkt weiter abschwächte. Die Erstanträge auf staatliche Arbeitslosenhilfe stiegen in der Woche bis zum 2. Dezember saisonbereinigt um 1.000 auf 220.000, wie Daten des Arbeitsministeriums am Donnerstag zeigten. Dies deutet auf eine Verlangsamung des Arbeitsmarktes hin. Dem Bericht zufolge kamen im Oktober 1,34 offene Stellen auf jeden Arbeitslosen – der niedrigste Wert seit August 2021. Die Nachfrage nach Arbeitskräften kühlt sich parallel zur Konjunktur ab, gedämpft durch steigende Zinsen. Daher ist die Prognose der US-Notenbank Fed, dass die aktuelle Zinserhöhungsrunde beendet sein wird, wieder in den Finanzmärkten präsent. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen im Dezember nicht angehoben werden, liegt bei über 97 %, und die Auswirkungen von Zinserhöhungen auf die Ölpreise haben sich abgeschwächt. Gleichzeitig dämpften jedoch die Sorgen um die US-Wirtschaft und die nachlassende Nachfrage die Handelsstimmung am Terminmarkt.

Die diese Woche veröffentlichten neuesten Daten der EIA zeigen, dass die kommerziellen Rohölbestände in den USA zwar gesunken sind, Rohöl, Benzin und Destillate aus Cushing jedoch weiterhin eingelagert sind. In der Woche zum 1. Dezember beliefen sich die Rohölbestände in Cushing auf 29,551 Millionen Barrel, ein Anstieg von 6,60 % gegenüber der Vorwoche und der siebte Anstieg in Folge. Die Benzinbestände stiegen drei Wochen in Folge auf 223,604 Millionen Barrel, ein Plus von 5,42 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche, da die Importe zunahmen und die Exporte sanken. Die Destillatbestände stiegen die zweite Woche in Folge auf 1120,45 Millionen Barrel, ein Plus von 1,27 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche, bedingt durch eine gestiegene Produktion und höhere Nettoimporte. Die schwache Kraftstoffnachfrage beunruhigt den Markt, und die internationalen Rohölpreise fallen weiter.
Der nächste Aspekt des Rohölmarktes, die Angebotsseite: Das OPEC+-Treffen ist ein zweischneidiges Schwert. Zwar sind keine eindeutigen positiven Impulse erkennbar, doch die Angebotsengpässe bestehen weiterhin. Saudi-Arabien, Russland und Algerien haben zwar positive Signale gesendet und versuchen, die pessimistische Stimmung umzukehren, doch die weitere Marktreaktion bleibt abzuwarten. Das Muster der Angebotsverknappung hat sich nicht geändert. Die Gesamtnachfrage ist negativ und eine deutliche Verbesserung kurzfristig unwahrscheinlich. Die Nachfrage nach Ölprodukten dürfte im Winter weiterhin niedrig bleiben. Zudem senkte Saudi-Arabien die offiziellen Verkaufspreise für die Region, was ein mangelndes Vertrauen in die asiatischen Nachfrageaussichten widerspiegelt. Derzeit notiert der internationale Ölpreis nach einem kontinuierlichen Rückgang nahe dem Jahrestief von 71,84 US-Dollar pro Barrel. Der Tiefststand von Brent liegt bei etwa 72 US-Dollar, ein Wert, der vor fünf Jahren regelmäßig um diesen Wert lag. Sollten die Ölpreise also weiter fallen oder zumindest nur begrenzt weiter sinken, besteht die Möglichkeit einer Bodenbildung und anschließenden Erholung. Nach dem kontinuierlichen Rückgang der Ölpreise haben die Ölproduzenten ihre Unterstützung für den Markt zum Ausdruck gebracht, und die OPEC+ schließt neue Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes nicht aus. Es besteht die Möglichkeit, dass die Ölpreise ihren Tiefpunkt erreichen.
Veröffentlichungsdatum: 11. Dezember 2023




